Industriekaufleute des BWV Ahaus setzen sich mit den Risiken des Auslandsgeschäfts auseinander

Wie können Risiken im Auslandsgeschäft reduziert werden? So lautete die zentrale Frage des diesjährigen Auslandsprojekts, das vom Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus in Kooperation mit der Sparkasse Westmünsterland gemeinsam mit circa 100 Schülerinnen und Schülern aus den Bildungsgängen Bankkaufleute und Industriekaufleute durchgeführt worden ist. Deutschland ist Dauer-Weltmeister. Nicht im Sport, sondern in der Firmenwelt. Kein anderes Land hat so viele Marktführer. Gerade die Hidden Champions aus dem Mittelstand zeichnen sich durch ausgeprägte Auslandsaktivitäten aus, so Thomas Terwei als Leiter der Auslandsabteilung der Sparkasse. Für das jüngst als Europaschule rezertifizierte Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus ist Internationalisierung daher ein wesentlicher Profilbaustein der Schule. Davon sind die das Projekt begleitenden Klassen- und Fachlehrerinnen und Fachlehrer Hendrik Brügging, Eugen Dräger, Christian Gerbert, Birgit Lammers, Torsten Meinel, Dirk Schwanekamp und Markus Wynk überzeugt. Im Rahmen des auf Internationalisierung ausgerichteten Schulprofils setzten sich daher die angehenden Bänker und Industriekaufleute mit prüfungsrelevanten Themenbereichen aus dem Auslandsgeschäft intensiv auseinander.

Zunächst wurden die Sparkassenauszubildenden von deren Auslandsabteilung intern geschult. Nach diesem Intensivtraining entwickelten die zukünftigen Bankkaufleute unter Leitung von Ausbilderin, Anke Richter, ein Konzept zur Vermittlung dieser Inhalte an einem gemeinsamen Workshop mit drei Industriekaufleutemittelstufenklassen des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Ahaus und planten drei Präsentationsveranstaltungen.

Am 30.05.16 war es dann soweit. Ein Rollenwechsel fand statt. Die circa 25 Berufsschülerinnen und -schüler aus dem Bankenbereich dürfen einen Berufsschultag lang die Perspektive des Lehrers einnehmen und ihre Erkenntnisse den rund 75 angehenden Industriekaufleuten vermitteln. Thematisiert wurden Möglichkeiten zur Reduzierung von Ausfallrisiken (Fabrikations- und Abnahmerisiken, politische und wirtschaftliche Risiken) sowie von Währungsrisiken, die sich aus schwankenden Wechselkursen ergeben. Weiterhin wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Hausbank des jeweiligen Industriebetriebs bei der Expansion ins Ausland in den Workshops erarbeitet.

Am 13.06.16, am 20.06.16 und am 27.06.16 wurde es dann erneut spannend für die Schülerinnen und Schüler der Industriemittelstufe sowie für ihre jeweiligen Lernbegleiter aus dem Bankenbereich. Die angehenden Industriekaufleute präsentierten ihre Workshopergebnisse in den Räumlichkeiten der Bank vor den Ausbildungsvertretern der verschiedenen Industriebetriebe sowie vor ihren Klassen- und Fachlehrern. Das Fazit der anwesenden Ausbildungsbetriebe war eindeutig: das Auslandsgeschäft wird zunehmend wichtiger auch für die regionale Industrie. Umso wichtiger sind Fachkräfte, mit entsprechenden Kompetenzen im Export. Nicht zu unterschätzen sei auch, das gesteigerte Selbstbewusstsein der Auszubildenden. Beeindruckt zeigten sich die Betriebe insbesondere von der Bereitschaft und Fähigkeit ihrer Auszubildenden, vor einer großen und fremden Gruppe zu stehen und eine fachlich höchst anspruchsvolle Präsentation mit technischer Raffinesse zu halten. Die Fachkräfte von Morgen im Banken- und Industriebereich müssten daher gewappnet für das Geschäft mit dem Ausland sein.  

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