Zahnmedizinische Fachangestellte/Zahnmedizinischer Fachangestellter


Der Ausbildungsberuf Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnmedizinischer Fachangestellter ist einer der vielseitigsten und abwechslungsreichsten Berufe für junge Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten wollen.

Es handelt sich um eine Ausbildung, die fachlich, organisatorisch und auch menschlich anspruchsvoll ist.

Anmeldungen

Anmeldungen erfolgen ausschließlich über Schüleranmeldung.de.

 Das Berufsbild ZFA

ZFA empfangen die Patienten und betreuen sie vor, während und nach der Behandlung: ZFA arbeiten heute in modernen Zahnarztpraxen als Mitglied eines Behandlungsteams an verschiedenen Arbeitsplätzen und in unterschiedlichen Funktionen. Hauptziele einer Zahnarztpraxis sind zufriedene, „zahngesunde“ Patienten und ein reibungsloser Praxisablauf. Viele Tätigkeiten erfolgen vornehmlich in direktem Kontakt mit Menschen, deshalb sind soziale und kommunikative Fähigkeiten von großer Bedeutung. 

Ein Schwerpunkt der vielfältigen Tätigkeitsbereiche ist die personenorientierte Dienstleistung und Patientenbetreuung. Dazu gehört, die Patienten zu empfangen, sie vor, während und nach der Behandlung zu betreuen und bei der Behandlung zu assistieren. Der Bereich der vorbeugenden Maßnahmen (Prophylaxe) gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Auch sind Röntgenaufnahmen anzufertigen und kleinere Laborarbeiten durchzuführen. Das Einhalten einer sorgfältigen Praxishygiene sowie die Pflege und Wartung des Praxisinventars sind ebenso wichtige Tätigkeitsbereiche. 

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Organisation und Verwaltung einer Zahnarztpraxis einschließlich des komplexen Tätigkeitsfeldes der zahnärztlichen Abrechnung. 

Die Qualitätssicherung und –verbesserung hat im Rahmen des Qualitätsmanagements einen eigenen Stellenwert. 

Mögliche Arbeitsplätze als ZFA gibt es in Zahnarztpraxen, Zahnkliniken, kieferorthopädischen Praxen und in kieferchirurgischen Praxen. Auch in der Dentalindustrie oder der Verwaltung des Gesundheitswesens wie z.B. bei Krankenkassen, der Zahnärztekammer oder der Kassenärztlichen Verwaltung stehen Arbeitsplätze zur Verfügung. 

Weiterführende Informationen finden Sie unter folgenden Links:

https://www.zahnaerzte-wl.de/images/zakwl/Praxisteam/ZFA-Ausbildung/Einstieg_zum_Aufstieg_20160829.pdf

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschreibung&dkz=33212

Die Berufsausbildung

Welche Aufnahmevoraussetzungen müssen erfüllt sein?

Aufgenommen in die Berufsschule werden Auszubildende mit einem entsprechenden Ausbildungsvertrag. Die Anmeldung erfolgt über die Ausbildungsbetriebe. Nach dem Berufsbildungsgesetz ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Zahnarztpraxen verlangen jedoch in der Regel mindestens einen Hauptschulabschluss.

Was kommt auf mich zu?

Die Ausbildung zur / zum Zahnmedizinischen Fachangestellten dauert drei Jahre und erfolgt im dualen System. Das heißt, die praktische Ausbildung findet in der Regel in einer Zahnarztpraxis, in einer kieferchirurgischen oder kieferorthopädischen Praxis statt, während die theoretischen Kenntnisse begleitend in der Berufsschule vermittelt werden. 

In besonderen Fällen kann die Ausbildung auf zwei bzw. zweieinhalb Jahren verkürzt werden. 

Nähere Informationen zur Ausbildungsverkürzung finden Sie unter folgendem Link https://www.zahnaerzte-wl.de/images/zakwl/Praxisteam/ZFA-Ausbildung/Einstieg_zum_Aufstieg_20160829.pdf

Wie ist der Berufsschulunterricht organisiert?

Der Unterricht findet an zwei Unterrichtstagen mit insgesamt zwölf Unterrichtsstunden am Schulstandort Ahaus statt. 

Die Unterrichtszeiten liegen i. d. R. an einem Tag in der Woche vormittags (1. bis 7./8. Stunde) und jeden Mittwochnachmittag (7. bis 11. Stunde). Die Auszubildenden werden bei uns während ihrer Ausbildung in den folgenden Fächern unterrichtet:

Berufsbezogene Fächer

• Zahnmedizinische Assistenz

• Leistungsabrechnung

• Rechts- und Wirtschaftsbeziehungen

• Praxismanagement

• Datenverarbeitung

• Englisch/ Fremdsprachliche Kommunikation

Fächer des Differenzierungsbereichs

• Qualitätsmanagement Modul I (Unterstufe)

• Qualitätsmanagement Modul II (Mittelstufe)

Berufsübergreifende Fächer

• Deutsch/ Kommunikation

• Politik/ Gesellschaftslehre

• Religionslehre

• Sport/ Gesundheitsförderung 

Welche Prüfungen muss ich absolvieren?

Zwischenprüfung

Nach der Hälfte der Ausbildungszeit legen die Auszubildenden eine Zwischenprüfung bei der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) ab, die sich auf die in der Ausbildungspraxis erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten und den im Berufsschulunterricht vermittelten Inhalte bezieht. 

Die reguläre Zwischenprüfung für die Fachklassen ZFA findet immer am Schulstandort Ahaus statt. 

Folgende Inhaltsbereiche werden geprüft:

1. Durchführen von Hygienemaßnahmen

2. Hilfeleistungen bei Zwischenfällen und Unfällen

3. Assistenz bei konservierenden und chirurgischen Behandlungsmaßnahmen

4. Anwenden von Gebührenordnungen und Vertragsbestimmungen

(schriftliche Prüfung, Höchstdauer 120 Minuten)

Aktuelle Prüfungstermine finden Sie unter folgendem Link: https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/zfa-ausbildung/pruefungstermine-und-anmeldeformulare.html.

Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist eine Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung der Zahnärztekammer besteht aus einem schriftlichen Teil und einem praktischen Teil. 

Die schriftlichen Abschlussprüfungen finden an zwei Tagen statt: 

▪ Behandlungsassistenz (Höchstdauer 150 Minuten)

▪ Praxisorganisation und –verwaltung (Höchstdauer 60 Minuten)

▪ Abrechnungswesen (Höchstdauer 90 Minuten)

▪ Wirtschafts- und Sozialkunde (Höchstdauer 60 Minuten)

▪ Röntgen- und Strahlenschutz (Höchstdauer 45 Minuten)

Die praktische Abschlussprüfung findet an einem Tag statt: 

▪ hierbei sollen die Auszubildenden in höchstens 60 Minuten eine komplexe Prüfungsaufgabe bearbeiten und in einem Prüfungsgespräch erläutern. Dabei sollen sie praxisbezogene Abläufe simulieren, demonstrieren, dokumentieren und präsentieren. Innerhalb der Prüfungsaufgabe sollen höchstens 30 Minuten auf das Gespräch entfallen. 

Für die praktische Aufgabe kommen insbesondere in Betracht: 

1. Patientengespräche personenorientiert und situationsgerecht führen, 

2. Prophylaxemaßnahmen demonstrieren oder

3. Materialien, Werkstoffe oder Arzneimittel vorbereiten und verarbeiten; den Einsatz von Geräten und Instrumenten demonstrieren.

Die reguläre Abschlussprüfung  wird im Sommer (i. d. R. im Juni) vor dem Prüfungsausschuss in Ahaus abgelegt, die Winterprüfung findet in Münster statt.

Aktuelle Prüfungstermine finden Sie unter folgendem Link: https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/zfa-ausbildung/pruefungstermine-und-anmeldeformulare.html

Welche Abschlüsse/ Berechtigungen kann ich erwerben?

• Nach erfolgreichem Abschluss des Berufskollegs erhalten Sie den Berufsschulabschluss für den Ausbildungsberuf „Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r“.

• Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung vor der Zahnärztekammer sind Sie „Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r“.

• Wenn Sie bereits über den schulischen Teil der Fachhochschulreife verfügen, erwerben Sie mit ihrer Ausbildung die volle Fachhochschulreife.

• Der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) kann erworben werden, wenn die notwendigen Englisch-Kenntnisse nachgewiesen werden und der Berufsschulabschluss mit einer Durchschnittsnote von mindestens 3,0 erworben wird.

Wie viel verdiene ich in der Ausbildung?

Ausbildungsvergütung: (Stand Gehaltstarifvertrag 01.04.2016)

1. Ausbildungsjahr: 750 €

2. Ausbildungsjahr: 790 €

3. Ausbildungsjahr: 840 €

Welche Besonderheiten bietet das BWV Ahaus?

Zusatzqualifikation Qualitätsmanagement

Neben den verpflichtenden Inhalten des Berufsschulunterrichts ermöglicht das BWV Ahaus in Kooperation mit der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe den Auszubildenden eine attraktive –kostenfreie –Zusatzqualifikation:

Zusatzqualifikation Qualitätsmanagement in der Erstausbildung für MFA

Im Bereich Qualitätsmanagement (QM) werden an unserer Schule die Module I und II angeboten.

Das Modul I vermittelt die Grundlagen des Qualitätsmanagements und dient der Entwicklung eines Bewusstseins für ein systematisches Qualitätsmanagement in der zahnärztlichen Praxis bei den Auszubildenden. An unserer Schule nehmen alle Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr an diesem Modul I der Zusatzqualifikation Qualitätsmanagement teil und erhalten bei erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat von der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe.

Das Modul II vertieft die Grundlagenkenntnisse und konkretisiert die Maßnahmen des praxisinternen Qualitätsmanagement.

An diesem Differenzierungskurs können die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr teilnehmen, die zusätzlich zum Berufsschulunterricht ein weiteres Lernpensum (60 Unterrichtsstunden) bewältigen können und wollen. Das Modul II wird durch eine zentrale Prüfung durch die Zahnärztekammer abgeschlossen und wird ebenfalls von der Ärztekammer zertifiziert.

Ausschließlich dieses Zertifikat ermöglicht die Teilnahme an dem Modul III, welche nach der abgeschlossenen Ausbildung von der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe angeboten wird. Die Teilnehmer/innen erwerben mit den Kenntnissen die Zusatzqualifikation „Qualitätsmanager/ in“ und sind somit zum Einsatz und zur Übernahme von Aufgaben einer/ eines QMB (Qualitätsmanagementbeauftragten) in ambulanten zahnmedizinischen Einrichtungen befähigt und haben entsprechend ein Anrecht auf eine höhere Vergütung.

Weitere Informationen: 

https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/zfa-ausbildung/qm-in-der-erstausbildung.html

Internationalisierung

Die Nähe zur niederländischen Grenze wird den Auszubildenden zur/ zum ZFA in ihrem täglichen Arbeitsablauf häufig deutlich. Ausländische, vor allem niederländische Patienten, gehören in vielen Zahnarztpraxen der Region zum „alltäglichen Geschäft“. Nicht nur die eventuell auftretende Sprachbarriere, auch viele verwaltungs- sowie abrechnungstechnische Fragen und Besonderheiten begleiten den Praxisablauf.

Diese Besonderheiten werden im Berufsschulunterricht der ZFAs an verschiedenen Stellen aufgenommen und finden ihre Verankerung in den didaktischen Jahresplanungen der Unterrichtsfächer.

Entsprechend findet im Rahmen der Europatage die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen berufsrelevanten Themen wie beispielsweise den Gesundheitssystemen in Europa, dem zwischenstaatliche Krankenversicherungsabkommen und Besonderheiten bezüglich der zahnärztlichen Abrechnung für die Behandlung ausländischer Patienten statt.

Insbesondere berufliche Auslandserfahrungen fördern die europäische und internationale Mobilität von Auszubildenden. Das Berufskollege Wirtschaft und Verwaltung unterstützt die Auszubildenden zur / zum ZFA bei der Organisation und eines Auslandspraktikums und hilft bei der Realisierung eines solchen Aufenthalts. Nähere Informationen dazu gibt es von den jeweiligen Klassenlehrern der Fachklassen.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Nach abgeschlossener Ausbildung und entsprechender Berufstätigkeit (i. d. R. ein Jahr), bietet die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe folgende Aufstiegsfortbildungen an:

• Zahnmedizinische/r Prophylaxeassistend/in

• Dentalhygieniker/in

• Fachwirt/in für Zahnärztliches Praxismanagement

• Betriebswirt/in im Gesundheitswesen

Zusätzlich bietet die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe eine Vielzahl an Anpassungsfortbildungen im Bereich „Behandlungsassistenz“ und im „Verwaltungsbereich“ an.

Weitere Informationen hierzu:

https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/zfa-azubi-fort-und-weiterbildung.html

Darüber hinaus können Sie sich noch am BWV Ahaus bezüglich ihres allgemeinbildenden Abschlusses weiter schulisch qualifizieren:

• In der Fachoberschule Klasse 12 können Sie in einem Jahr die Fachhochschulreife erwerben.

 

Weitere Auskünfte und eine ausführliche Beratung zur Berufsausbildung erteilt Ihnen:

Die Koordinatorin der medizinischen Berufe 

Frau OStRin Katja Klein

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