Internationale Förderklasse (IFK)

Jugendliche mit Zuwanderergeschichte aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Herkunftssprachen sollen schnellstmöglich in Deutschland ankommen, vertraut werden und in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen. Dafür braucht es Aufmerksamkeit, Feingefühl und Fachkompetenz. Diese Schülergruppe benötigt dazu eine spezielle individuelle Förderung. Das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus will genau dieses Ziel mit einer internationalen Förderklasse (IFK) im Rahmen der Ausbildungsvorbereitung erreichen. Die internationale Förderklasse bietet den Jugendlichen unter anderem folgende Möglichkeiten:

  •  Erwerb bzw. Vertiefung von Deutschkenntnissen einschließlich der Fachsprache
  •  Verbesserung der Allgemeinbildung
  •  Erwerb von beruflichen Kenntnissen in verschiedenen Berufsfeldern/berufliche Orientierung
  •  Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9
  •  Nach erfolgreichem Besuch der IFK besteht die Möglichkeit, einen weiterführenden Bildungsgang im Berufskolleg zu besuchen
  •  Durchführung eines Praktikums und Eingliederung in das deutsche Arbeitssystem.

 

Weitere Auskünfte erteilt:

Herr Studienrat Said M. Moqadam

(Tel.:02561/42903)
Mail:
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Anmeldung

Aufnahmebedingungen

Aufgenommen werden Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene, die erst seit kurzem in Deutschland leben und nur unzureichend Deutsch verstehen und sprechen. Diese jungen Menschen sind eingereist als Flüchtlinge, Asylsuchende oder als Kinder oder Ehegatten ausländischer Mitbürger/-innen.

Anmeldungen erfolgen ausschließlich über das Sekretariat am Schulstandort Ahaus zu Beginn jedes Kalenderjahres.

Öffnungszeiten des Sekretariats
Schulstandort Ahaus:
Montag – Donnerstag 08:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr
Freitag 08:00 – 12:00 Uhr

Für Schulbücher und Lehrmaterial entstehen Kosten in Höhe von ca. 30,00 €, die von den Eltern/Erziehungsberechtigten bzw. Schülern zu tragen sind.

Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel werden vom Schulträger, dem Kreis Borken, zum Teil übernommen, wenn die Entfernung zwischen Wohnort und Schule mehr als 5 Kilometer beträgt. Die Schüler erhalten das FlashTicketplus gegen einen monatlichen Aufpreis von 11,00 € an die RVM GmbH.

 

 

Abschluss

Schülerinnen und Schüler, die die IFK erfolgreich beenden, erwerben den Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Daneben werden berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung bescheinigt. Die IFK kann einmal wiederholt werden, wenn die Ausbildungsziele verfehlt wurden.

 Nach erfolgreichem Besuch der IFK besteht die Möglichkeit, einen weiterführenden Bildungsgang im Berufskolleg zu besuchen.

Aufgrund der besonderen psychosozialen Situation werden die IFK-Schülerinnen und Schüler sozialpädagogisch betreut.

 

Unterrichtsorganisation

Die Internationale Förderklasse ist ein einjähriger Bildungsgang.

Der Unterricht umfasst 24 bis 30 Wochenstunden.

Die Schülerinnen und Schüler absolvieren parallel ein einjähriges Betriebspraktikum. 

  

Stundentafel IFK

Lernbereiche/Fächer

UE

Berufsbezogener Lernbereich

(13)

Wirtschafts- und Sozialprozesse

3

Wirtschaftsinformatik

2

Mathematik

6

Englisch

2

Berufsübergreifender Lernbereich

(13)

Deutsch/Kommunikation

8

Religionslehre

1

Sport/Gesundheitsförderung

2

Politik/Gesellschaftslehre

2

Differenzierungsbereich

(4)

Erdkunde

2

Alphabetisierungskurs

2

Unterrichtssunden insgesamt

30

 

 

Profilbausteine des Bildungsganges

Der Unterricht in der Internationalen Förderklasse steht unter dem Leitgedanken:

Integration – Entwicklung – Zukunftsperspektiven aufstellen

 

Die Jugendlichen erhalten (Bildungs-)Angebote, Beratung und Perspektiven, um ihren Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland sinnhaft für sich zu gestalten bzw. durch ein Praktikum/eine Ausbildung möglicherweise ihren Status positiv verändern zu können. Als Teil eines Berufskollegs sind berufliche Kompetenzen unser Akzent. Wir möchten die Jugendlichen so begleiten und betreuen, dass sie ihre selbst gesteckten Ziele erreichen können. Wir als Schule und die regionalen Unternehmen/Ausbilder tragen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und entscheiden „mit“ über eine erfolgreiche und „problemlose“ Integration der Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland.

 

Integration

Das Beherrschen der Schriftsprache Deutsch gewährleistet den Jugendlichen den Zugang zur Gesellschaft. Sprache übernimmt dabei die Rolle eines alltäglichen Kommunikationsmittels, stellt eine wichtige Ressource etwa im Bereich Bildung und Arbeitsmarkt dar, ist identitätsstiftend, symbolisiert Zusammengehörigkeit und ist verantwortlich für Ungleichheiten im Zugang zu Bildung, Einkommen, zentralen Institutionen und gesellschaftlicher Anerkennung. Doch damit es nicht getan, ebenso sind kulturelle und ethnische Unterschiede zu erkennen und in das alltägliche Leben zu integrieren. Das Wertesystem einer sozialgerechten Gesellschaft steht hierbei im Vordergrund.

 

Entwicklung

Der Prozess der Entwicklung von Menschen mit einem Migrationshintergrund besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung, Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten, Feststellen von Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Zugewanderten und der anwesenden Mehrheitsbevölkerung.

 

Zukunftsperspektiven aufzeigen

Die Schülerinnen und Schüler tragen in erster Linie selbst die Verantwortung für ihre private und berufliche Zukunft in ihrer neuen Heimat. Wir als Schule/Lehrpersonen helfen ihnen bei der Erreichung ihrer Ziele durch individuelle Förderung und Beratung:

- In Kooperation mit der Schulsozialarbeit/Lehrerteams und externen Kooperationspartnern werden besondere Angebote für die Jugendlichen dargeboten wie  z. B. gemeinsame Museumsbesuche, Interkulturelle Feste feiern, gemeinsame Essen aus den Herkunftsländern zubereiten, Ausflüge in den ZOO & Kletterpark unternehmen, das Kennenlernen verschiedener Institutionen wie das Finanzamt oder die Agentur für Arbeit, Besuch eines Fußballspieles u.v.m.

- Lebenspraktische Beratung: Um den Jugendlichen Orientierungs- und Entscheidungshilfen für den Alltag zu geben, wird versucht die Jugendlichen in allen Lebenslagen zu unterstützen. Der Umgang mit Behörden z. B. bei ausländerrechtlichen Problemen und Hilfestellungen bei schulischen/privaten Schwierigkeiten gehören zu dieser Beratung.

 - Bildungsberatung zwecks Zukunftsperspektive: Die Bildungsberatung beschäftigt sich z. B. mit der Berufswahl oder mit der Beratung der weiterführenden Bildungsangebote (Ausbildungsstelle/Arbeitsstelle/Duales Studium) nach Absolvierung der IFK beschäftigen.

 

Europagedanke 

Europa und IFK bedeutet die Förderung interkultureller Kompetenzen

Aufgrund von zunehmenden Globalisierungstendenzen kommt es in der Europäischen Union zu immer mehr interkulturellen Überschneidungssituationen. Ursachen sind u. a. ökonomische, ökologische, soziale oder auch lebensbedrohliche Veränderungen in den einzelnen Staaten. Menschen aus kulturell unterschiedlichen Kontexten kommen in Kontakt miteinander, sei es im beruflichen, schulischen oder privaten Bereich. Diese interkulturellen Interaktionen sind nicht immer von gegenseitigem Verständnis geprägt, ganz im Gegenteil entstehen in und mit ihnen oft Schwierigkeiten und Konflikte. Um sich in diesen interkulturellen Situationen angemessen verhalten zu können und sie positiv zu gestalten, bedarf es interkultureller Kompetenzen. Allgemein und einfach ausgedrückt bedeutet interkulturelle Kompetenz die Fähigkeit mit Menschen aus fremden Kulturen erfolgreich und angemessen zu kommunizieren und zu interagieren. Diese werden in dem alltäglichen Schultag der IFK gefördert und eingesetzt. Dabei profitieren nicht nur die Lernenden, sondern auch die Lehrenden von der besonderen Situation der Vielfalt. Die Europäische Union ist bunt und vielfältig an Kulturen, Sprachen und Werten. Dies spiegelt das Bild der internationalen Klasse wider und ist durch Anstrengung, positiver Überzeugung zur Integration und gegenseitigem Respekt und Toleranz eine Bereicherung für unser Schulleben.

 Betriebspraktikum

Durchführung eines Praktikums und Eingliederung in das deutsche Arbeitssystem; In diesem Zusammenhang wird das folgende Konzept an unserem Berufskolleg umgesetzt:

Die Schülerinnen und Schüler absolvieren mittwochs ihr Praktikum in den jeweiligen Unternehmen und an den restlichen Wochentagen besuchen sie die Schule. Das Praktikum für das Schuljahr 2016/2017 beginnt am 07.09.2016 und endet am 12.07.2017. Die wöchentliche Arbeitszeit (Mittwoch) beträgt 6 – 8 Arbeitsstunden.  

 Das Betriebspraktikum soll den Schülerinnen und Schülern

- zu einer realistischen Einschätzung über ihre beruflichen Perspektiven verhelfen,

 - eine Entscheidungshilfe für die unmittelbar bevorstehende Berufsausbildung sein,

 - einen Motivationsschub zur Erlangung eines möglichst guten Schulabschlusses bringen,

 - Einblicke und persönliche Erfahrungen ermöglichen, die nicht durch unterrichtliche Situationen und Angebote ersetzt werden können,

 - das Lösen von aus dem Unterricht entwickelten Aufgabenstellungen ermöglichen, die eine Verbindung zwischen der betrieblichen Wirklichkeit und dem schulischen Lernen herstellen.

 Auskunft und Beratung

Weitere Auskünfte erteilt:

Herr Studienrat Said M. Moqadam

(Tel.:02561/42903)

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